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Mitbringen statt schenken

Was mitbringen zum Polterabend? Regeln, Mitgebsel und Budget

Zum Polterabend bringt man etwas mit, das steht außer Frage, nur nicht, was. Porzellan zum Zerschlagen, etwas zu essen, ein Geschenk, Geld, oder alles zusammen? Hier sind die Regeln, die wirklich gelten, was ein Mitgebsel kosten darf, wie viel Geld üblich ist und welche Dinge du zu Hause lassen solltest, damit der Abend kein Stapel Ärger wird.

Von Fabian Hewer · Stand: 5. November 2026

Der Polterabend in Kürze: Wer poltert wann und warum

Der Polterabend ist der Abend vor der Hochzeit, in der Praxis fast immer der Freitag davor, weil am Samstag geheiratet wird. Gäste bringen Porzellan, Steingut oder Fliesen mit und zerschlagen sie, das Paar fegt die Scherben zusammen. Der Aberglaube dahinter ist so einfach wie einleuchtend: Was zerbricht, vertreibt die Geister und bringt Glück für die gemeinsame Arbeit.

Belehnung: Poltern heißt Lärm machen, nicht betrinken. Gastgeber sind das Paar und seine Eltern, eingeladen wird, wer bei der Hochzeit dabei ist oder dem Paar nahesteht. Wer ohne Einladung erfährt, dass am Haus poltert wird, fragt besser vorher, ob er willkommen ist. Und wer nicht weiß, ob überhaupt poltert wird, fragt die Trauzeugin, nicht das Internet.

Porzellan: was du mitbringen darfst und was nicht

Mitgebracht wird, was zerbricht und keinen Schaden anrichtet: Teller, Tassen, Schüsseln, Blumentöpfe, alte Fliesen. Das Paar bekommt später genau die Menge Scherben, die es am Abend zusammenkehren muss, also maßvolle Mengen. Ein Karton Geschirr aus dem Second-Hand-Laden für zwei Euro ist als Mitgebsel völlig ausreichend und meistens die richtige Antwort auf die Frage, was man mitbringt.

Nicht mitbringen: Glas, Spiegel und Kristall. Glas splittert in Fasern, die man weder kehren noch findet, und ein Spiegel ist in dieser Geschichte Pech statt Glück. Ebenso ungeeignet: Elektrogeräte, Plastik, alles mit Batterien und alles, was beim Zerschlagen Gift freisetzt. Auch Vollporzellan mit Goldrand ist verschenktes Geld, weil es im Kehricht landet.

Mitgebsel bis 30 Euro, die nicht mit zerbrechen

Viele Gäste bringen zwei Dinge: etwas zum Zerbrechen und etwas, das bleibt. Für das Bleibende reichen 10 bis 30 Euro. Ein Kartenspiel für gemeinsame Abende, eine Kiste mit Bier oder Wein für den Abend selbst, gute Öle, ein Kochschürzen-Set für zwei oder eine Kleinigkeit, die erst am Hochzeitstag ausgepackt wird. Das ist mehr Mitgefühl als Aufwand.

Geld ist am Polterabend erlaubt, aber nicht die Hauptsache, weil am Hochzeitstag gesammelt wird. Wenn du Geld geben willst, dann klein und mit Form: eine Schatzkiste mit einem Schein darin, ein Umschlag mit zwei Zeilen Text, ein Betrag, der die Feierkasse entlastet. Als Faustregel gilt: am Polterabend ein Drittel, am Hochzeitstag der Rest.

Essen, Getränke und die Frage nach der Beteiligung

Traditionell sorgt das Paar für Essen und Trinken, oft Erbsensuppe, belegte Brötchen und Getränke, weil die Menge an Gästen unberechenbar ist. Als Gast darfst du mit einem Beitrag rechnen, musst aber nicht. Wenn du etwas mitbringen möchtest, frag konkret nach, ob Getränke, Eis oder ein Salat gebraucht werden, statt ungefragt elf Flaschen mitzubringen.

Die ehrliche Variante ist die Frage an die Trauzeugen: Sollen wir etwas beisteuern? Diese Frage ist üblich und nicht peinlich. Wenn Ja, dann kläre, ob Geld in eine Kasse kommt oder jede Person etwas besorgt, und halte dich an die Verabredung. Zwei Gäste, die unaufgefordert mit Kisten anrücken, während der Grill schon dreimal gedeckt ist, helfen niemandem.

Ablauf am Abend: was du als Gast tun solltest

Komm mit Handschuhen, wenn du viel Porzellan transportierst, und mit festem Schuhwerk. Das Zerschlagen passiert meist auf einer Decke, einem Rasenstück oder einer Hofeinfahrt, nicht auf dem Gehweg vor Nachbars Fenster. Wirf nicht, stell die Teller Stapel für Stapel um, das klingt kontrollierter und sieht besser aus, wenn später Fotos entstehen.

Das Paar kehrt, und das ist der Moment, in dem du helfen kannst. Besen mitzubringen ist eine kleine Gabe mit großer Wirkung, ein Eimer für Scherben ebenso. Wenn du nach dem Poltern noch bleibst, trink aus Tassen, nicht aus Flaschen, und geh zu einer Zeit, die den Hochzeitstag nicht beschädigt. Der Polterabend ist die Generalprobe, nicht die Premiere.

Geschenk oder Mitgebsel: wann welches gilt

Wer nur zum Polterabend kommt und nicht zur Hochzeit, bringt ein Mitgebsel und ein Geschenk. Wer bei beidem dabei ist, gibt das eigentliche Geschenk am Hochzeitstag und am Polterabend die Kleinigkeit. Diese Aufteilung ist die häufigste Verteilung und entlastet beide Seiten, weil niemand am Vorabend einen Karton schleppen muss, der am nächsten Tag ein zweites Mal auftaucht.

Wenn du das Geschenk schon am Polterabend übergibst, weil du am Hochzeitstag verhindert bist, sag es dem Paar vorher und schreibe Datum und Name auf das Paket. Sonst fehlt es später in der Liste, und das Paar sucht am Montagabend nach dem Absender eines Geschenks, das es am Freitag bekommen hat.

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Häufige Fragen

Was bringt man zum Polterabend mit?

Porzellan zum Zerschlagen, also Teller, Tassen oder Schüsseln, dazu oft eine Kleinigkeit, die bleibt: Getränke, ein Kartenspiel, Öl, etwas Süßes. Wer nur beim Polterabend dabei ist, bringt zusätzlich ein Geschenk mit. Maß halte, denn das Paar muss die Scherben später kehren.

Warum bringt man Porzellan und kein Glas mit?

Porzellan zerbricht in handliche Stücke, die man kehren kann. Glas splittert in feine Fasern, die zwischen Pflastersteinen und im Rasen verschwinden, und gilt traditionell nicht als Glückbringend. Spiegel sind tabu, weil sie in dieser Geschichte Pech bedeuten statt Segen.

Was kostet ein Mitgebsel zum Polterabend?

Für das Zerschlagbare sind zwei bis zehn Euro üblich, für das Geschenk, das bleibt, zehn bis dreißig Euro. Wer beide Termine hat, gibt das Hauptgeschenk am Hochzeitstag und am Polterabend die Kleinigkeit. Luft nach oben ist erlaubt, aber nicht erwartet.

Muss man zum Polterabend ein Geschenk machen?

Ein Mitgebsel ist üblich, ein großes Geschenk nur dann, wenn du bei der Hochzeit nicht dabei bist. Diese Aufteilung ist verbreitet: klein am Vorabend, richtig am Hochzeitstag. Wer an beiden Abenden fehlt, schickt das Geschenk vorher und nennt Name und Datum deutlich.

Wer bezahlt Essen und Getränke beim Polterabend?

Traditionell das Paar und seine Eltern, weil die Gästezahl schwer zu planen ist. Als Gast darfst du fragen, ob ihr etwas beisteuern sollt, musst es aber nicht unaufgefordert. Eine Frage an die Trauzeugen reicht, dann weißt du, ob Geld in eine Kasse gehört oder eine Besorgung erwartet wird.

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